TSV I – SV Leonberg/Eltingen 1:2(1:0)

 
Schiedsrichter entscheidet Stadtderby
 
Ein reguläres Tor aberkannt, eine klare rote Karte für die Gäste nicht gegeben und am Ende ein Elfmeter gegen den TSV nach einem Foul deutlich außerhalb des Strafraums. Unglücklich könnte man das Spiel gegen die Nachbarn aus Leonberg/Eltingen zusammenfassen, denn aufgrund der beiden sehr unterschiedlichen Halbzeiten – im ersten Durchgang war des TSV die klar bessere Mannschaft, nach dem Seitenwechsel der SV aus Leonberg – wäre ein Unentschieden sicherlich das leistungsgerechte Ergebnis gewesen. Doch der Unparteiische, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und daher mit dem Spiel nicht wirklich zurecht kam, hatte seine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Und diese nicht unbedingt zugunsten des TSV.
 
Das Spiel begann – entgegen der Erwartungen – sehr ruhig und kontrolliert. Die Gäste aus Leonberg standen tief und geordnet und überließen dem TSV erst einmal das Spiel. Bei Ballbesitz Leonberg dasselbe Bild. Ordnung, Vorsicht und Respekt bei beiden Mannschaften und ein ständiges Lauern auf Fehler des Gegners. Einen solchen Fehler machte dann der TSV in der 12. Spielminute, ein Fehlpass im Zentrum von Gennaro Vasile, und schon rollte der Konter der Gäste. Zum Glück für Höfingen schob Patrick Hofmann freistehend den Ball an Kim Wittes Tor vorbei. Aus dem Spiel heraus ging ansonsten wenig, beide Mannschaften fanden keine Lösungen, um die gut sortierten Defensivreihen des jeweiligen Gegenübers in Bedrängnis zu bringen. In der 17. Minute dann ein Freistoß für den TSV. Nach der ersten Kopfabwehr durch den SV war es Fabio Di Frisco der aus knapp 20 Metern zum Nachschuss kam. Sein Ball konnte der Eltinger Schlussmann nur noch nach vorne abprallen lassen, wo der eingelaufene Sebastian Bortel stand und zum 1:0 für Höfingen einschob. Doch leider hatte der Schiedsrichter etwas gegen diesen Treffer und entschied auf Abseits. Eine Fehlentscheidung, wie die Videoaufnahmen des TSV im Anschluss an das Spiel belegen sollten. Und dies obwohl der Unparteiische beim Freistoß extra auf Höhe des Strafraumes Stellung bezogen hatte. Pech für den TSV. So blieb es erst einmal beim 0:0 und das Spiel plätscherte weiter vor sich hin, ohne große Höhepunkte auf beiden Seiten. Dann die 40. Spielminute und eine Ecke für den TSV. Der von Fabian Kern nach innen geschlagene Ball fand einmal mehr diese Saison den Kopf von Sebastian Bortel und von dort aus den Weg ins Eltinger Gehäuse, zum hoch verdienten 1:0 ! Mit diesem Resultat ging es dann auch in die Halbzeit.
Nach Wiederanpfiff machte der SV mächtig Druck, eigentlich so, wie die Höfinger die Gäste von Anfang an erwartet hatten. Der TSV bekam in dieser Phase keinen Zugriff mehr aufs Spiel, brachte keine Entlastung mehr nach vorne und vergaß Ruhe und Geduld am Ball. Folgerichtig der verdiente Ausgleich für die Gäste in der 56. Minute. Dann erneut ein spielentscheidender Fehler des Schiedsrichters. Nach einem Foul an Fabio Di Frisco stieg Marco Gritsch dem am Boden liegenden, Gefoulten absichtlich – direkt vor den Augen des Unparteiischen auf den ungeschützten Knöchel (auch das belegen die Videoaufnahmen überdeutlich). Entsprechend verärgert richtetet sich dieser auf und schubste den Übeltäter von hinten, der sich bei dieser Gelegenheit natürlich theatralisch fallen ließ. Gelb für Di Frisco die Entscheidung des Referees und die Ansage, man müsse froh sein, dass es nicht „mehr“ wäre. Eine Strafe für die Tätlichkeit des Eltinger Spielers gab es allerdings nicht, nicht einmal die gelbe Karte. Entsprechend hoch kochten mittlerweile die Emotionen, ob solcher schwer verdaulicher Entscheidungen und der entsprechenden Reaktion seitens der Spieler. Die Höhepunkt der Fehlentscheidungen folgte dann in der 76. Minute, als eben erwähnter Marco Gritsch – der zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen – eindeutig außerhalb des Strafraums (es entbehrt sich zu sagen, dass auch dies durch die Videoaufnahmen belegbar ist) zu Fall gebracht wurde und der Unparteiische, trotz 40 Meter Distanz zum Tatort zur Verwunderung aller auf Elfmeter entschied. Und selbst nach Inspektion des „Tatorts“ – auf dem Kunstrasen war durch das aufgewirbelte Granulat sehr gut erkennbar, wo die Grätsche zum unstrittigen Foul begonnen und geendet hatte – blieb der Unparteiische bei seiner Entscheidung, obwohl die „Bremsspur“ auf dem Feld eindeutig vor der Strafraumgrenze endete. Unfassbar – aber leider nicht zu ändern. Den fälligen Strafstoß verwandelte Seufert zum 1:2 Endstand.
 
Eine bittere Niederlage. Nicht weil es die Nachbarn aus Eltingen waren gegen die man verloren hat, nein. Die Leistung des SV verdient alle Anerkennung und Respekt. Bitter, weil trotz der guten ersten Halbzeit am Ende kein zählbares Ergebnis für den TSV bleibt und die Umstände für die Niederlage sehr unglücklich waren. Aber auch ein Schiedsrichter ist nur ein Mensch und hat mal einen schlechten Tag !
Bleibt der Blick nach vorne, denn schon am nächsten Wochenende beginnt die Rückrunde und die Karten werden neu gemischt  !