SV Riet – TSV I 3:0(1:0)

Schwache Höfinger mit klarer Niederlage in Riet

Plan- und kopflos wirkte das Spiel des TSV in Riet, ideen- und führungslos der Gesamteindruck der Mannschaft. Auch wenn bisher keiner das Wort Abstiegskampf in Höfingen so wirklich in den Mund nehmen wollte, spätestens nach der Niederlage am vergangenen Sonntag in Riet ist man mittendrin. Dabei hätte man den Klassenerhalt längst klar machen können, doch ohne Tore kann man nun mal keine Spiele gewinnen. Und die Null steht beim TSV nun schon zum dritten Mal in Folge, nur leider eben vorne !

Es hätte der erlösende Befreiungsschlag werden sollen, ein Sieg in Riet und das Thema Abstieg wäre einigermaßen ad acta gelegt. Aber das Spiel des TSV stand schon vorab unter wenig optimalen Voraussetzungen. Neben Sebastian Schleweck und Lukas Völler fehlten mit dem gelb-rot gesperrten Desmond Ibeawuchi gleich drei Stammkräfte und tragende Säulen aus den letzten Wochen. Ein Problem, dass sich beim TSV wie ein roter Faden durch die Saison zieht. Woche für Woche muss die Mannschaft irgendwie versuchen die wechselnd, abwesenden Spieler zu kompensieren, von den unzähligen Dauerverletzten ganz zu schweigen. Eine wirkliche Stamm-Elf gibt es nicht. Bis zum heutigen Tag hat man es ja noch nicht einmal geschafft zwei Spiele nacheinander mit derselben Startformation zu beginnen. Kein Wunder also, dass Abläufe nicht funktionieren, dass das Positionsspiel hapert und dass Automatismen quasi nicht vorhanden sind. Und genau dies zeigte sich im Spiel in Riet. Das frühe Anlaufen der Höfinger funktionierte nur selten, was im Umkehrschluss aber dazu führte, dass sich die TSV Defensive häufig in Unterzahl oder eins gegen eins Situationen wieder fand. Nach vorne ging beim TSV auch wenig, der Spielaufbau meist zu hektisch, ein zentrales Mittelfeld quasi nicht vorhanden. In logischer Konsequenz musste der TSV nach 21 Minuten den Rückstand zum 1:0 hinnehmen, auch wenn der Elfmeterpfiff des Unparteiischen nach einem minimalen Kontakt an der äußeren Strafraumkante äußerst fragwürdig erschien. Doch unverdient war diese Führung für die Hausherren nicht. Gab es vor und nach dem Elfmeter mehr als nur eine Möglichkeit einen Treffer zu erzielen. Der TSV hatte nur eine wirkliche Torchance im ersten Durchgang, als nach schöner Vorarbeit von der linken Seite Domenico Succurro aus kürzester Distanz nur den Torspieler des SV traf und sein Nachschuss übers Tor setzte.

Auch nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild. Der TSV bemüht um ein geordnetes Spiel, allerdings mit wenig überlegten und klaren Aktionen. Gefahr für das Rieter Tor entstand dabei eigentlich nie wirklich und das Gefühl die Mannschaft wolle hier das Ruder noch einmal herum reißen und würde alles dafür geben, dass wollte auch nicht so wirklich aufkommen. Immer wieder erlitt der TSV bei seinen Aufbauversuchen schmerzhafte, vermeidbare, leichte Ballverluste und es war zumeist die Innenverteidigung um Rick Schumacher und Fabian Kern die schlimmeres verhindern konnten. Als in der 64. Minute bei einem erneuten Konter der Rieter die 4-er Kette des TSV wieder einmal in Unterzahl verteidigen musste, half auch die aufopferungsvolle Gegenwehr der vier Verteidiger nichts mehr. Das 2:0 für Riet und der gefühlte „Todesstoß“ für den TSV. Denn in der Folge gab die Mannschaft auf, ließ wieder und wieder die Defensive um Denis Schranz alleine und zeigte kaum noch ernsthaft Gegenwehr. Alleine Kim Witte ist und war es am Ende zu verdanken, dass es „nur“ beim 3:0 für Riet blieb und das Ganze nicht noch ergebnistechnisch aus dem Ruder lief.

Es wird einer anderen Mentalität, einer anderen Einstellung, eines anderen Charakters bedürfen, will sich der TSV nächste Woche gegen Schwieberdingen durchsetzen. Und drei Punkte sind bitter nötig. Denn der Abstand auf einen direkten Abstiegsplatz beträgt nun nur noch 5 Punkte ! Also, Mund abwischen, Ärmel hoch krempeln und Vollgas geben ist angesagt !